Woll- und Schmierläuse erkennen
Wollläuse erreichen eine Größe zwischen drei und sechs Millimetern. Ihre Wachsausscheidungen, die sogenannte Wolle, sind artspezifisch und können von sehr kurz und kompakt bis zu einem Zentimeter lang und locker reichen.
Die weiblichen Wollläuse saugen am Phloem, der Leitungsbahn für Assimilate, und bleiben an dieser Stelle. Die Männchen bleiben mobil und sorgen für einen genetischen Austausch zwischen den Populationen.
Die Eier werden unter einer schützenden Wachsschicht abgelegt. Mit bloßem Auge sind sie dabei nicht von den erwachsenen Tieren zu unterscheiden. Im Freiland entstehen in einem Jahr zwischen zwei und drei Generationen. In einem ganzjährig beheizten Gewächshaus können bis zu acht Generationen auftreten. Ein Weibchen legt mehrere hundert Eier.
Schäden an der Pflanze
Wollläuse saugen an den Zellen, bis diese zerstört sind. Dadurch wird die Pflanze geschwächt. In der Regel sterben die Pflanzen dadurch nicht ab, Wollläuse können jedoch auch als Vektoren für Viren und Bakterien dienen.
Bekämpfung von Woll-Läusen
Als Nützlinge können zum Beispiel Florfliegen oder Australische Marienkäfer eingesetzt werden. Zum Spritzen sind ölhaltige Präparate gut geeignet. Bei Spritzmitteln gegen Wollläuse ist es sinnvoll, nicht immer den gleichen Wirkstoff zu verwenden, um Resistenzen zu vermeiden.
Pinselmethode
Die Pinselmethode kann funktionieren, wenn der Pinsel mit einem ölhaltigen Mittel getränkt wird. Die Läuse werden dann einzeln mit dem Pinsel behandelt und gegebenenfalls gleich entfernt.
Wenn die Woll-Läuse konsequent benetzt werden, sterben sie mechanisch durch Ersticken ab.
Wenn der Pinsel nicht mehr ausreicht, kann man alternativ zuerst mit einer natürlichen Pflanzenseife sprühen. Sie löst die wollige Wachsausscheidung auf, sodass das anschließend eingesetzte Mittel nicht abperlt.
Versteckte Stellen beachten
Woll-Läuse gehen nicht direkt an die Wurzeln. Dafür gibt es andere Spezialisten: grau-weiß und mit Wachs bepuderte Wurzelläuse.
Manchmal findet man Woll-Läuse aber auch in Höhlungen und Zwischenräumen unter dem Erdniveau. Überhaupt leben sie gerne versteckt in Ecken und Winkeln an den Pflanzen.
Um Schädlinge auch an versteckten Stellen zu erreichen, können Mittel mit systemischer Wirkung hilfreich sein. Diese Wirkung sollte jedoch nicht überbewertet werden. In sukkulenten Pflanzen wird sie durch den Verdünnungseffekt gemindert, und der Stofftransport kann so langsam sein, dass man lange auf eine Wirkung warten muss.
Wenn während der Ruhezeit behandelt werden muss, ist der systemische Effekt fast nicht festzustellen, da die Pflanze wenig Stoffwechsel hat. Möglich ist lediglich, dass noch eine Wirkung einsetzt, wenn Schädlinge sehr nahe an intensiv behandelten Pflanzenoberflächen sitzen.
Behandlungen wiederholen
Eine Wirkung auf Eier und Larven ist meist wenig oder gar nicht möglich. Daher sollten alle Behandlungen 3-mal durchgeführt werden.
Je nach Temperatur sind die Entwicklungszyklen der Schädlinge langsamer oder schneller. Im Sommer ist eine Wiederholung nach einer Woche sinnvoll. Im Winter, bei Pflanzen in Ruhe und niedrigen Temperaturen, erfolgt die Wiederholung alle 2 bis 3 Wochen.
Eine zweite Behandlungsserie sollte im Frühjahr nach dem Einsetzen des neuen Wachstums erfolgen.