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Überwinterung indoor

Uhlig Kakteen GbR
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Überwinterung indoor

Wenn der Warzenkaktus uns im nächsten Jahr mit Blühverweigerung straft, fehlte ihm die kühle, trockene Ruhezeit. Doch viele andere Wasserspeicherkünstler vertragen eine warme Überwinterung und blühen üppig.

Die speziellen Pflegebedürfnisse bei warmer Überwinterung sind leicht zu beachten. Eine große Anzahl vielgestaltiger Pflanzen ist dafür geeignet und kann die Erlebnisvielfalt steigern. Wer weiß, welche Pflanzen unbedingt kühl und trocken über den Winter gebracht werden müssen, hat schon viel für Blütenkränze in mehreren Schüben von Frühjahr bis Sommer getan.

Grundsätzlich sollten Sukkulenten nicht gleichmäßig feucht gehalten werden, sondern die Wassergaben einem Gießrhythmus folgen. Auf die wichtigste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung, die Lichtmenge, müssen die Wassergaben eingestellt werden. Ebenfalls keinen unerheblichen Einfluss darauf hat die Heizung.

Eine weitere wichtige Grundlage für eine gesunde Pflege der Wasserspeicherkünstler ist die naturgemäße Düngung. Um blättrigen Sukkulenten auf der einen Seite und den Hochsukkulenten auf der anderen Seite gerecht zu werden, braucht es keine komplizierten Rezepturen. Sie können mit zwei Düngern auskommen, wenn diese in geeigneter Weise kombiniert werden.

Viel mehr Arten, als man denkt, sind für eine dauerhafte Pflege im beheizten Zimmer oder Wintergarten gut geeignet. Ob am Fensterbrett im Wohnzimmer oder Büro, an der Glasfront eines Geschäftsgebäudes oder im Wintergarten: Überall, wo auch im Winter Zimmertemperaturen herrschen und ausreichende Lichtbedingungen gegeben sind, können die allermeisten anderen Sukkulenten und auch viele Kakteenarten kultiviert werden.

Die drei Pflegegruppen

Im Folgenden werden Empfehlungen von Arten gegeben, die besonders gut für die genannten Bereiche geeignet sind.

Dauerhaft warm

Kakteen
Aporocactus Arrojadoa
Discocactus Frailea
Melocactus
Melocactus glaucescens
Melocactus glaucescens
Frailea pseudopulcherima
Frailea pseudopulcherima
Sukkulenten
Abromeitiella (Bromeliaceae) Adansonia, Baobab (Bombacaceae)
Adenium (Apocynaceae) Adromischus (Crassulaceae)
Aeonium (Crassulaceae) Alluaudia (Didieraceae)
Bowiea (Hyacithaceae) Brighamia (Campanulaceae)
Ceropegia (Asclepiadaceae) Conophytum (Aizoacae)
Euphorbia (Euphorbiaceae) Fockea (Asclepiadaceae)
Gasteria (Aloaceae) Haworthia (Aloaceae)
Kalanchoe (Crassulaceae) Pachypodium (Apocynaceae)
Peperomia (Piperaceae) Pleiospilos (Aizoaceae)
Senecio (Asteraceae) Stapelia (Asclepiadaceae)
Stapelianthus (Asclepiadaceae) Uncarina (Pedaliaceae)
Xerosycios (Cucurbitaceae)
Aeonium Hybride Sunburst
Aeonium Hybride Sunburst
Conophytum bilobum absimile
Conophytum bilobum absimile

Sowohl warm als auch kühl überwintern

Kakteen
Echinocactus (Cactaceae) Epiphyllum-Hybriden (Cactaceae)
Ferocactus (Cactaceae) Gymnocalycium (Cactaceae)
Lophophora (Cactaceae) Myrtillocactus (Cactaceae)
Notocactus (Cactaceae) Pachycereus (Cactaceae)
Parodia (Cactaceae) Pilosocereus (Cactaceae)
Rhipsalis incl. Lepismium und Pseudorhipsalis Schlumbergera (Cactaceae)
Selenicereus (Cactaceae) Stenocactus (Cactaceae)
Thelocactus (Cactaceae) Turbinicarpus (Cactaceae)
Weingartia (Cactaceae)
Schlumbergera Malibu
Schlumbergera Malibu
Sukkulenten
Agave (Agavaceae) Aloe (Aloaceae)
Crassula (Crassulaceae) Faucaria (Aizoaceae)
Frithia (Aizoaceae) Lithops (Aizoaceae)
Portulacaria (Portulacaceae) Sansevieria (Dracaenaceae)
Scilla (Hyacinthaceae)
Crassula Buddhas Temple
Crassula Buddhas Temple
Faucaria tigrina Superba
Faucaria tigrina Superba

Heizquellen beachten

Jede Wärmequelle muss unbedingt berücksichtigt werden, da sie Schäden verursachen kann. Gibt die Wärmequelle zu hohe Temperaturen ab, kann das bis zu äußeren Verbrennungen führen, insbesondere wenn die Pflanzen im Herbst von Terrasse oder Garten ins Zimmer geräumt werden. Halten Sie daher immer Abstand zu Wärmequellen.

Heizkörper erwärmen darüber befindliche Pflanzen auf Steinfensterbrettern ebenso wie die Fußbodenheizung Töpfe aufheizt, die direkt auf dem Boden stehen. Das ist ungünstig, da die Wurzelballen durch die Erwärmung unnötig stark austrocknen und bewässert werden müssen, was wieder das Wachstum zu stark anregt. Eine einfache Isolation durch Korkuntersetzer, Holzklötzchen oder Styropor reicht aus, um das zu vermeiden.

Bei größeren Pflanzen sind Untersetzer oder Gefäße mit Rollen oder Gleitfüßen, wie sie zum Beispiel für die Hydrokultur angeboten werden, besonders praktisch. Sie vereinfachen das Verrücken und verhindern gleichzeitig den Kontakt mit der erwärmenden Fläche.

Wenn das Fensterbrett nicht breit genug ist oder die Pflanzen darüber hinausragen, muss man mit einer möglicherweise erheblichen und einseitigen Austrocknung durch die vorbeiströmende Warmluft rechnen. Auch hier kann ein großer Untersetzer oder eine Verbreiterung der Fensterbank durch eine Platte gute Dienste leisten.

Kühle Winterruhe für Kakteen-Klassiker

Im „Winterschlaf“ legen sich die Kakteen-Klassiker ihre Knospenanlagen zu, die sie im Frühjahr dann zu üppiger Blütenpracht entfalten.

Die notwendige Winterruhe erfolgt über 3 bis 4 Monate bei Temperaturen unter 15 °C, aber über 5 °C. Während dieser Zeit erhalten die Pflanzen kein Wasser. Bis zu 2/3 ihres Feuchtigkeits-Speichers können Kakteen während einer Trockenzeit verbrauchen, ohne den geringsten Schaden zu nehmen. Sie können in dieser Zeit alle Lebensprozesse reduziert weiter aufrechterhalten und ihre Blütenanlagen entwickeln.

Dafür ist allerdings eine ausreichende Nährstoffversorgung in der davor liegenden Saison nötig. Für eine erfolgreiche kühle Überwinterung sollten Sie unbedingt auf einen trockenen Wurzelballen achten. Daher nie frisch gegossene Pflanzen an kühlere Standorte bringen, sondern erst auf gutes Abtrocknen des Wurzelballens achten.

Der Anspruch an die Lichtverhältnisse ist in der Ruhephase nicht so groß wie während des Wachstums. Je kühler es ist, desto größer ist diese Toleranz. So reicht bei 8 °C ein mäßig helles Kellerfenster.

Die Kakteen-Klassiker
Mammillaria
Rebutia inclusive Mediolobivia, Aylostera, Sulcorebutia

Bei diesen Arten ist die Blüteninduktion abhängig von der beschriebenen Ruhephase.

Folgende Arten verweigern wohl nicht die Blütenbildung, ihre gesunde Entwicklung ist aber doch auch abhängig von einer kühlen Winterruhe:

Opuntia incl. Corynopuntia, Cylindropuntia Viele Echinopsis insbesondere Lobiva (Cactaceae)
Tephrocactus (Cactaceae) Delosperma (Aizoaceae)
Echeveria (Crassulaceae) Pachyphytum (Crassulaceae)
Sedum (Crassulaceae)

Insbesondere alle Arten, die winterhart sind, sollten auch mindestens kühl überwintert werden, da sie an diese Bedingungen angepasst sind.

Wird der oben genannte Kreis von Sukkulenten warm überwintert, werden die Pflanzen weich und anfällig für Schädlinge oder sie blühen nicht.

Ein sehr großer Teil aller anderen Kakteen und anderen Sukkulenten kann mit einer kühlen Ruhezeit überwintert werden, obwohl das für sie nicht notwendig ist.

Geeignete Standorte zur kühlen Überwinterung

  • Alle sonnigen Fenster in Räumen, die im Winter nur wenig beheizt werden.
  • Der Wintergarten, der nicht als Wohnraum genutzt wird und nur auf 5 bis 10 °C beheizt ist, stellt eine optimale Lösung dar und spart Heizkosten.
  • Die Veranda, heute nur noch selten zu finden, kann bei geeigneter Temperaturführung ein wundervoller Platz sein.
  • Zimmer sind selten so wenig beheizt, doch wenn, dann bieten diese sich an, wenn man dort im Frühling und Sommer auch etwas von den Pflanzen hat.
  • In Altbauwohnungen findet man noch Außen- und Innenfenster vor. Der Zwischenraum kann für unempfindliche Arten ein idealer Platz sein.
  • Foyers und Treppenhäuser, die heute oft mit weitläufigen Glasfronten versehen sind, stellen bei geeigneter Temperaturführung ideale Standorte dar.
  • Das Gewächshaus, im Winter nur auf 5 bis 10 °C beheizt und nur für die zu pflegenden Pflanzen eingerichtet, stellt natürlich das Optimum dar.

All diese Bereiche können die klassischen Kakteen und Sukkulenten ganzjährig aufnehmen. Sie sind aber auch als Winterstandort geeignet, falls die Pflanzen im Frühjahr und Sommer einen anderen Platz haben.

  • Der Keller kann als reiner Winterstand genannt werden, wenn ein helles Fenster vorhanden ist. Allerdings sollte die Temperatur nicht unter 5 °C liegen und auf keinen Fall über 15 °C, bei schwachen Lichtverhältnissen nur maximal 10 °C.
  • Das Treppenhaus bietet sich ebenfalls als reiner Winterstand an, selbst wenn die Lichtverhältnisse nur mäßig sind.
  • Das kühlere Schlafzimmer eignet sich ebenfalls.

Dekorativ und im Blickfeld: Standorte im Frühjahr und Sommer

  • Sonnige Fenster im Wohnbereich bieten die richtigen Wachstumsbedingungen. Wird der Platz knapp, können Regale im Fenster aufgestellt oder gehängt weitere Aufstellmöglichkeiten bieten.
  • Nach den Eisheiligen ab Mitte Mai können die mehr oder weniger stacheligen Freunde auf das Fensterbrett vor dem Fenster im Freien umziehen.
  • Terrasse, Balkon und Garten bieten ebenfalls beste Lichtverhältnisse und viel frische Luft. Da säulige Sukkulenten kopflastig sein können, sollte bei ihnen auf Windschutz und Standfestigkeit geachtet werden.

Tipp: Der Umzug vom weniger hellen Winterstandort zum Sommerstand in der vollen Sonne birgt immer die Gefahr von Sonnenbrand. Räumt man von drinnen nach draußen, dann muss unbedingt die ersten Tage schattiert werden oder Sie nutzen ein paar Tage den bedeckten Himmel. Der Grund liegt an der UV-Filterwirkung von Glasscheiben. Im Freien sind die Pflanzen der vollen UV-Strahlung ausgesetzt, was hässliche Schäden durch Verbrennung verursacht, bis sie sich nach 3 bis 4 Tagen umgewöhnt haben.

Selbst für den Halbschatten gibt es Arten

Binsenrutenkakteen, Rhipsalis und verwandte Arten wachsen häufig in Bäumen, benötigen daher helle, aber nicht sonnige Standorte. Viele grüne Haworthien wachsen in ihrer südafrikanischen Heimat ebenso wie Aeonium tabuliforme auf den Kanarischen Inseln an den sonnenabgewandten Seiten von Felsen, sodass sie nie direkt besonnt werden. Damit können sie sogar an einem Nordfenster gedeihen, wenn es nur hell genug ist.

Wässern im Winter

Viele der hier empfohlenen Arten wachsen in Brasilien, in Gebieten, in denen ganzjährig relativ hohe Temperaturen herrschen und auch im Winter nicht zu knapp Regen fällt. Das gleiche gilt auch für viele Sukkulenten auf Madagaskar. Dabei besiedeln sie sogenannte Trockeninseln, die von feuchtigkeitsliebenderen Arten, die ansonsten die Vegetation bestimmen, wegen der geringeren Verfügbarkeit von Wasser nicht erobert werden können.

Daraus ergibt sich, dass bei beheizter Überwinterung wenig Wasser gegeben werden muss.

  • Kakteen sollten dabei kein Wachstum zeigen. Die Wassergaben sollen so gering sein, dass sie nur ausgleichen, was durch die warme, trockene Zimmerluft den Kakteen an Feuchtigkeit verloren geht. Beginnen Kakteen im Winter zu wachsen, wird der Zuwachs dünner und schwächer bedornt. Der Grund liegt in den unzureichenden Lichtmengen in unserem Winter. Auf Düngung soll im Winter ganz verzichtet werden.
  • Euphorbien müssen unterschieden werden in christusähnliche Arten, die auch im Winter wachsen und daher genügend Wasser und Nährstoffe erhalten sollen, und kakteenähnliche Arten, die genau wie die oben genannten Kakteen gehalten werden können.
  • Pachypodium und Winterwachser wie Aloe, Conophytum, Gasteria, Haworthia, Kalanchoe und Senecio werden mäßig gegossen und gedüngt.

Wie viel Wasser muss man geben?

Kleine Töpfe bis 10 cm Durchmesser alle 2 bis 4 Wochen 25 bis 100 ml
Mittlere Töpfe mit 12 bis 18 cm Durchmesser alle 3 bis 4 Wochen 100 bis 200 ml
Große Gefäße alle 4 bis 8 Wochen maximal 10 % des Volumens

Diese Anhaltspunkte sind je nach Temperatur und Sonneneinstrahlung zu modifizieren.


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